Affirmationen für mehr inneren Frieden – Mit diesen zwei Schritten gelingt’s

„Ich bin gut so wie ich bin. Ich bin sicher. Ich finde immer eine Lösung.“ – So oder ähnlich können Affirmationen formuliert werden. Diese Sätze sollen alte, destruktive Glaubenssätze ersetzen und zu einer Art Neuprogrammierung in deinem Unterbewusstsein führen.

Schon lange ist bekannt, dass ein Großteil deines täglichen Erlebens und deiner Erfahrungen von deinem Unterbewusstsein gesteuert wird. Wie der Name sagt, laufen die Programme unterbewusst ab. Du wunderst dich vielleicht, warum du in gewissen Lebensbereichen immer wieder auf die gleichen Probleme stößt und sich deine Muster wiederholen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass alte Programme am Werk sind. Davon merkst du meistens nichts, sondern bist verblüfft über die Auswirkungen.

Affirmationen bieten eine Möglichkeit, diese unbewussten Schichten neu zu programmieren und damit deine Erfahrungen entsprechend zu ändern. Wenn wir uns das Eisbergmodell ansehen, wirken Affirmationen auf die Schichten unterhalb des Wassers und sollen dort eine Änderung herbeiführen.

Allerdings ist es nicht damit getan, einfach nur ein paar Sätze vor sich hin zu sprechen. Denn meiner Erfahrung nach wirken Affirmationen nicht, wenn du sie nur sprichst ohne zu fühlen was du sagst.

Vor allem in der Anfangszeit waren Affirmationen für mich nur ein mentales Konzept. Zwar konnte ich damit meine Gedanken bis zu einem gewissen Grad in eine positivere Richtung lenken, doch wirkliche Fortschritte waren kaum möglich. Daher habe ich eine Zeitlang gar nicht mehr mit Affirmationen gearbeitet. Weil sie bei mir nicht geholfen haben.

Bis mir klar wurde, dass der Verstand einfach nicht die größte Macht in unserem Leben hat.

Die drei Handlungsebenen

Es gibt drei Ebenen, aus denen wir handeln: Den Verstand, die Herzebene und die Ebene des Seins (auch Hara genannt).

Der Verstand ist zwar bei den meisten Menschen am aktivsten, aber er hat die geringste Macht von allen.

Die nächste Ebene ist die des Herzens. Hier bist du mit deinem Herzen verbunden und alles was du von hier aus tust, wird leichter und bekommt eine liebevolle Qualität. Du fühlst dich ruhiger und mit dir verbunden.

Wenn du von der Ebene des Seins aus handelst, liegt deinen Handlungen eine ordnende Kraft und eine tiefe Ruhe zugrunde. Die Hara-Ebene hat ihren Sitz in deiner Körpermitte. Es ist nicht so leicht sich mit ihr zu verbinden und braucht Übung. Tolle Lehrer, um diese Ebene zu entfalten sind Osho und Eckhart Tolle. Wenn du im Zustand des Seins bist, dann ist es, als würden die Energien dir dienen. Du kannst spüren wie dein Leben durch eine tiefe, innere Weisheit gelenkt wird und du bist derjenige, der den Erfahrungen erlaubt da zu sein.

Wenn du Affirmationen nutzt, ist es das Ziel, dass sie bis zu der Seins-Ebene vordringen und sich dort verankern.

Der erste Schritt besteht darin, deine Affirmationen vom Verstand ins Herz zu bringen und sie zunächst dort zu integrieren.

Dies wiederum geht nicht von Jetzt auf Gleich. Daher sind zwei Dinge wichtig, damit Affirmationen wirken.

1. Finde eine Affirmation, mit der du in Resonanz gehst

Wenn du dir einfach Affirmationen vorsagst, die du irgendwo aufgegriffen hast, werden diese häufig keine Wirkung bei dir entfalten. Um eine Affirmation zu finden, die wirklich zu dir und deiner Situation passt, solltest du dir daher zuerst einmal deine Glaubenssätze aufschreiben, die dich im Moment am meisten belasten.

Beispielsweise:

  • Ich bin nicht gut genug.
  • Aus mir wird nie etwas.
  • Ich muss alles selbst machen.
  • Ohne Fleiß kein Preis.

Wenn du deine Kernsätze identifiziert hast, kannst du dir überlegen, welche Aussage deiner heutigen Situation angemessener wäre.

So kann aus Ich bin nicht gut genug diese Affirmation entstehen: Ich bin gut so wie ich bin.

Wichtig ist, dass der neue Satz zu dir passt und du ihn spüren kannst. Mit ihm in Resonanz gehst. Vielleicht zaubert er dir ein Lächeln auf’s Gesicht. Doch alleine mit diesem Satz ist es noch lange nicht getan.

Damit er seine Wirkung wirklich entfalten kann, ist der zweite Punkt sehr wichtig.

2. Wiederhole die Affirmation bis du die Wirkung in deinem Herzen spüren kannst

Wie fühlt sich deine Affirmation für dich an?

Ist noch ein Gefühl in dir, das dem gewählten Satz entgegensteht?

Feuert dein innerer Kritiker dagegen und versucht dich davon zu überzeugen, dass du unrecht hast?

Das ist ein normaler und wichtiger Punkt. Jetzt ist es essentiell, dranzubleiben.

Die Änderung kommt dadurch, dass du den Satz wiederholst. Immer wieder. Am besten bleibst du über einen Zeitraum von mehreren Wochen bei einer einzigen Affirmation, anstatt sofort mit vielen verschiedenen zu arbeiten.

Nach und nach wird deine Affirmation von deinem Verstand in dein Herz sinken und von dort aus wird sie in deine Seins-Ebene gelangen.

Schließlich trägst du die Überzeugung dein ganzes Leben lang in dir – oder zumindest schon viele Jahre lang. Sie wird also nicht weggehen, nur weil du einen Tag lang vor dem Spiegel sagst „Ich bin gut so wie ich bin.“

Wenn du diese Überzeugung wirklich ändern möchtest, kannst du neben den Affirmationen auch noch weitere Techniken einsetzen.

Um in unserem Beispiel zu bleiben, könnte es hilfreich sein, ein Erfolgstagebuch zu führen und dort alles zu notieren worin du Erfolg hattest/hast.

Zusätzlich könntest du dir jeden Abend vor dem Einschlafen aufzählen wofür du heute dankbar bist. Oder du notierst dir, wenn dich jemand gelobt hat.

Es geht also nicht darum, dass du schnell Ergebnisse erzielst und deine destruktiven Überzeugungen über Nacht änderst.

Stattdessen wendest du Schritt für Schritt deinen Blick in eine andere Richtung.

Du hältst Ausschau nach Beweisen dafür, dass du eben doch gut genug bist (oder was auch immer du ändern möchtest). So wirst du stetig Fortschritte machen.

Affirmationen alleine sind also kein Allheilmittel, aber sie können eine gute Unterstützung sein.

Ich empfehle meinen Klienten immer, auf mehreren Ebenen zu arbeiten und so Schritt für Schritt die gewünschten Änderungen herbeizuführen. Es gibt sehr viele weitere Methoden, die dich dabei unterstützen.

Aber ein einziges Zaubermittel, mit dem du dein Problem sofort für immer löst, existiert nicht.

Vielmehr löst sich ein Thema Schicht um Schicht auf und je nachdem welche Schicht sich gerade zeigt, sind verschiedene Methoden hilfreich.

Geduld ist hier ein Schlüsselwort. Du änderst Überzeugungen mit Geduld und einer gesunden Portion Disziplin, die dir hilft dranzubleiben.

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