Vom Schreiben leben – Mein Traum und die Zweifel daran

Ich sehe vor meinem inneren Auge, wie ich mit dem Fahrrad am Meer entlangfahre und die Luft durch meine Haare weht. In diesem Traum lebe ich von meinen Büchern. Morgens schreibe ich, mittags bewege ich mich, genieße die Natur und mein Leben. Ich gestalte meinen Tag, so wie er mir entspricht und bin entspannt. Ich fühle mich lebendig und kreativ.

Es ist mein Traum, so zu leben.

Trotzdem stelle ich immer wieder fest, dass Schreiben Arbeit ist. Es ist sogar harte Arbeit. An Texten zu feilen, dranzubleiben bis ein Buch fertig ist, Selbstzweifel und Ängste zu überwinden und den Text immer wieder zu verbessern ohne es zu übertreiben.

Ein Teil von mir denkt immer noch, dass ich keinerlei Talent zum Schreiben habe.

Ja, sogar keine Berechtigung. Ich darf nicht schreiben, weil ich es nicht kann. Ich muss unentdeckt bleiben, damit niemand bemerkt, dass ich in Wahrheit gar nicht schreiben kann.

Und überhaupt: Vom Schreiben leben – was fällt mir ein auf so einen Gedanken zu kommen? Ist das nicht den Menschen vorbehalten, die schon als Schriftsteller zur Welt kommen? Den Genies? Den echten Schriftstellern?

Obwohl ich nun seit über 13 Jahren auch beruflich schreibe, sind meine Selbstzweifel immer noch präsent. Der innere Kritiker steht häufig mit erhobenem Zeigefinger hinter mir und sagt mir, dass ich nicht schreiben kann.

Da ist einerseits mein Traum. Die Sehnsucht Bücher zu schreiben. Davon zu leben.

Andererseits ist dort diese Ambivalenz. Der Teil in mir, der nicht gesehen werden und keinerlei Aufmerksamkeit erregen möchte. Der überzeugt ist, dass nichts Gutes entstehen kann, wenn ich schreibe.

Die Sehnsucht jedoch bleibt. Sie lässt sich nicht so einfach abschütteln. Sie meldet sich, klopft zart und leise an, um zu fragen, ob ich nicht doch schreiben möchte. Sie schubst mich sanft und lässt mich nicht los.

Ich liebe das Schreiben. Es erfüllt und beflügelt mich. Gibt mir Kraft.

Immer wieder taucht der Traum auf vom Schreiben zu leben.

Ein wunderschöner Traum. Eine Vision meines Lebens, die ich schon sehr lange habe.

Texte besuchen mich, Geschichten wollen entstehen. Mich ihnen zu öffnen und sie zu erlauben fällt mir immer noch schwer.

Was wäre, wenn ein Autor ein Kanal für Geschichten und Informationen ist, die durch ihn in die Welt fließen möchten?

Es braucht die Demut, sich diesen Geschichten hinzugeben und die Worte aufs Papier zu bringen. Zu vertrauen, dass mein Talent für diese Aufgabe ausreicht.

Vielleicht kann ich mich Stück für Stück den Texten, die entstehen möchten, öffnen und vertrauen, dass ich ihnen gewachsen bin.

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