Sorge dich nicht, lebe! Fünf Tipps für den Umgang mit Sorgen

Sorgen, die lieben Sorgen. Eindringlich, laut, unangenehm, nervig und unaufhörlich schwirren sie in deinem Kopf herum. Wie uniformierte Soldaten im Krieg, wie hysterische Frauen, wie klagende Kinder geistern sie in einer Endlosschleife durch deine Gedanken. Sie wollen warnen und aufrütteln, schützen und hinweisen – und dich damit vor dem Schlimmsten bewahren. Dabei verängstigen und verunsichern sie dich nur und führen zu nichts. Wer wärst du ohne sie?

Wenn du dir sehr viele Sorgen machst, können sie dich deiner Lebensfreude berauben und immer mehr Raum in deinem Leben einnehmen. Sie verstellen dir die Sicht auf alles Schöne. Wer sich ständig sorgt, sieht nur noch Negatives und das eigene Leben wirkt trostlos und gefährlich.

Dabei ist es interessant zu beobachten, dass die meisten Sorgen niemals eintreten. Das ist gut so und verdient Beachtung.

Statt in den Sorgen zu verharren, kannst du dich fragen: Gibt es neben den Sorgen noch Raum für freudvolle Gedanken? Gibt es eine Lücke, durch die das Licht in mein inneres strömen und mich dort berühren kann?

In seinem Buch „Sorge dich nicht, lebe!“ beschreibt Dale Carnegie auf über 400 Seiten wertvolle Strategien zum Umgang mit Ängsten und Sorgen.

Ich bin lange Zeit um dieses Buch herumgeschlichen und habe es mir nach langem Überlegen gekauft. Darüber bin ich sehr froh, denn das Buch hat mir viele meiner Sorgen genommen und die Dinge wieder ins rechte Licht gerückt.

Der Autor schafft es anhand vieler Beispiele unseren Blick weg von den Sorgen zu lenken und hin zu dem Schönen im Leben zu schauen. Er macht Mut und gibt einem nie ein schlechtes Gefühl. Vielmehr nimmt er den Leser an die Hand und nimmt ihm seine Sorgen Seite um Seite ab.

Ein Buch, das Mut macht und die Freude daran weckt, sich weniger Sorgen zu machen.  

In diesem Artikel stelle ich dir einige seiner Strategien vor und ich wünsche mir, dass sie dir helfen werden, dir weniger Sorgen zu machen.

Noch ein Hinweis vorab: Meiner Erfahrung nach entwickeln wir uns in kleinen Schritten. Verzweifle also nicht, wenn du mal in alte Muster zurückfällst. Erlaube dir, kleine Minischritte zu machen. Diese führen letztlich zum Erfolg.

1. Tipp für weniger Sorgen: In Tageseinheiten leben

„Schließen Sie die Schotten zur Vergangenheit und zur Zukunft und leben Sie Ihr Leben in Tageseinheiten.“

Dale Carnegie in Sorge dich nicht, lebe!

Wer sich viele Sorgen macht, lebt meist gedanklich in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Die Gedanken kreisen um alle möglichen Situationen, die du in der Gegenwart gar nicht kontrollieren kannst, weil sie noch nicht eingetreten oder bereits vorbei sind.

In einem der ersten Kapitel beschreibt Carnegie den Fall eines Mannes namens Sir William Olser, der sein Leben in Tageseinheiten gelebt hat. Er hat die Vergangenheit und die Zukunft konsequent aus seinem Leben verbannt und sich nur auf den aktuellen Tag konzentriert.

Carnegie beschreibt, dass Ängste und Depressionen häufig entstehen, wenn man sich zu viele Gedanken um die Zukunft macht.

Jeder einzelne Tag hingegen ist eine überschaubare Zeitspanne, in der wir etwas bewegen und unser Bestes geben können. Heute ist der einzige Tag, an dem du etwas bewegen kannst.

„Begnügen wir uns damit, den Zeitraum zu leben, den wir tatsächlich leben können, von jetzt bis zum Schlafengehen.“

Um nochmals die Eigenschaft von Sorgen hervorzuheben zitiert er in seinem Buch einen Mann, der dieses Dilemma deutlich auf den Punkt bringt: „Mein Leben war voll von fürchterlichem Unglück, das meistens gar nicht passiert ist.“

Wie würde sich dein Leben ändern, wenn du es in Einheiten von Tagen gliederst?

2. Tipp für weniger Sorgen: Die Situation annehmen

„Wahrer innerer Frieden entsteht, wenn wir das Schlimmste hinnehmen können. Psychologisch gesehen, bedeutet dies, glaube ich, dass Energien freigesetzt werden.“

Lin Yutang, chinesischer Philosoph

Sorgen bleiben oftmals schwammig und diffus. Sie deuten etwas an, versetzen dich in Angst und lassen dich ratlos zurück. Mit der Zeit schaukeln sie sich immer mehr auf bis du den Überblick verlierst und gar nicht mehr weißt worüber du dir eigentlich Sorgen machst.

Carnegie empfiehlt weiterzudenken und sich einmal anzuschauen was als Schlimmstes passieren kann. Indem du deine Gedanken zu Ende denkst und dir überlegst was passieren kann, gewinnst du deine Handlungsfähigkeit zurück.

Stelle dir die Frage: Was ist das Schlimmste was passieren kann und könnte ich damit umgehen?

Damit weckst du deinen kreativen Geist und wirst sehen, dass es immer eine Lösung gibt. Sobald du dies weißt, kannst du gelassener sein und wieder mehr in der Gegenwart leben.

Wenn du Angst hast, springen deine Gedanken wie wild herum. Du kannst dich nicht mehr konzentrieren und deine Entscheidungsfähigkeit leidet.

Deine sorgenvollen Gedanken zu Ende zu denken, nimmt dem Szenario in vielen Fällen den Schrecken.

3. Tipp für weniger Sorgen: Mit gezielten Fragen aus dem Gedankenkarussell

Ähnlich wie in dem Punkt zuvor werden die Sorgen hier genauer unter die Lupe genommen. Mit Hilfe von Fragen kannst du deine Sorgen Stück für Stück analysieren, Klarheit gewinnen und deine vagen Grübeleien, die zu nichts führen, abstellen.

Der Autor stellt diese vier Fragen vor:

  • Worüber mache ich mir Sorgen?
  • Was kann ich dagegen tun?
  • Wie entscheide ich mich?
  • Wann setze ich die Entscheidung in die Tat um?

Gibt es eine Situation in deinem Leben, die dir Sorgen macht? Dann wende diese vier Fragen sofort an und beantworte sie schriftlich.

Was ändert sich?

Es geht zunächst darum Fakten zu sammeln und deine Gedanken dann in eine neue Richtung zu lenken. Damit beendest du dein Gedankenkarussell.

Das ist sehr erleichternd. Denn so siehst du auch, dass du immer mehrere Lösungen zur Auswahl hast.

4. Tipp für weniger Sorgen: Denke dich glücklich

„Ein Mensch ist, was er den ganzen Tag denkt.“

Dichter Emerson

Ein ganzes Kapitel ist den Gedanken und deren Wirkung gewidmet. Es geht darum, dass deine Gedanken dein Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen. „Glückliche Gedanken machen glücklich“, so beschreibt es der Autor.

Er geht auch auf den Unterschied ein, der zwischen sich über etwas Gedanken oder sich Sorgen machen besteht. Wenn du dir Gedanken machst, kannst du den Kern des Problems erkennen und schauen was du zur Lösung beitragen kannst. Wenn du dir Sorgen machst, drehst du dich hingegen im Kreis und wirst immer verzweifelter.

Ein Zitat, das mir besonders gut gefallen hat, möchte ich hier wiedergeben:

„Man kann feststellen, dass eine Änderung der Einstellung Menschen und Dingen gegenüber die Menschen und Dinge verändert… Wenn ein Mensch seine Gedanken radikal ändert, wird er über die Wirkung verblüfft sein, die dies auf die äußeren Umstände seines Lebens hat. Sie ändern sich völlig, und das sehr schnell. Die Menschen ziehen nicht das an, was sie haben wollen, sondern das, was sie sind… Die Gottheit, die das Resultat unseres Strebens bestimmt, liegt in uns selbst. Es ist unser eigenes Ich… Alles, was der Mensch vollbringt, ist das direkte Ergebnis seiner Gedanken. Er kann nur schwach und niedergeschlagen und elend bleiben, wenn er sich weigert, seine Gedanken nach oben zu richten.“

James Allen in Wie der Mensch denkt

Außerdem ist dort ein Text der Schriftstellerin Sibyl F. Patridge abgedruckt. Es ist ein Tagesprogramm aus fröhlichen und positiven Gedanken. Vielleicht möchtest du es dir ausdrucken und aufhängen, damit es zum Leitfaden für deinen Tag werden kann?

NUR HEUTE von Sibyl F. Partridge

  1. Heute will ich glücklich sein. Deshalb glaube ich, was Abraham Lincoln sagte: „Die meisten Menschen sind so glücklich wie sie sein wollen.“ Glück kommt von innen, es hat mit äußeren Umständen nichts zu tun.
  2. Heute nehme ich alles, wie es ist, und Zwinge den Dingen nicht meinen Willen auf. Familie, Arbeit und Glück – ich nehme es, wie es kommt, und stelle mich darauf ein.
  3. Heute kümmere ich mich um meinen Körper. Ich bewege ihn, pflege ihn, ernähre ihn und vernachlässige oder missbrauche ihn nicht, damit er so perfekt reagiert, wie ich es mir wünsche.
  4. Heute trainiere ich meinen Geist. Ich lerne etwas Nützliches und faulenze nicht, sondern lese etwas, das Anstrengung, Konzentration und Denkarbeit verlangt.
  5. Heute mache ich drei Seelenübungen: Ich erweise jemand einen Gefallen, ohne dass er es merkt, und tue zwei Dinge, die ich nicht gern tue, um in Übung zu bleiben, wie William James das nennt.
  6. Heute möchte ich erfreulich sein. Ich mache mich so hübsch wie möglich, bin höflich, lobe oft, kritisiere niemanden, nörgle nicht und versuche nicht, andere zu ermahnen oder zu verbessern.
  7. Heute lebe ich allein für diesen Tag und versuche nicht, alle Probleme meines Lebens auf einmal zu lösen. Zwölf Stunden kann ich Dinge tun, die ich hassen würde, wenn ich sie mein ganzes Leben lang tun müsste.
  8. Heute mache ich mir ein Programm. Ich teile die Zeit genau ein und schreibe es mir auf. Vielleicht halte ich die Einteilung nicht durch, aber immerhin habe ich sie gemacht. Damit vermeide ich zwei lästige Übel: Eile und Unentschlossenheit.
  9. Heute nehme ich mir eine ruhige halbe Stunde und entspanne mich. In dieser halben Stunde denke ich auch an Gott, um in mein Leben eine größere Dimension zu bringen.
  10. Heute bin ich ohne Angst, vor allem habe ich keine Angst davor, glücklich zu sein, das Schöne zu genießen, zu lieben und zu glauben, dass die Menschen mich auch lieben, die ich liebe.

5. Tipp für weniger Sorgen: Lenke dich ab

Wenn deine Sorgen überhand nehmen und du immer tiefer von ihnen hinabgezogen wirst, werde aktiv. Bring deine Energie nach draußen, kanalisiere sie und verleihe ihr Ausdruck, indem du aktiv wirst.

Stürze dich in die Arbeit, setze dein Herzensprojekt um, lass deiner Kreativität freien Lauf.

Anstatt dich zu sorgen, gestalte dein Leben aktiv.

Was würde dir jetzt Freude machen?

Was schiebst du schon lange auf?

Was gibt es jetzt zu tun?

Wenn du dein Leben aktiv lebst, hast du weniger Zeit dir Sorgen zu machen. Das heißt nicht, dass du Probleme verdrängen sollst. Aber Sorgen haben die Angewohnheit eben nicht real zu sein, sondern sich mit hypothetischen Dingen zu beschäftigen, die meist nie eintreten. Nutze deine Zeit lieber sinnvoll, indem du etwas Schönes in die Welt bringst.

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