Selbstbewusstsein stärken

Immer wieder höre und lese ich, wie wichtig ein starkes Selbstwertgefühl ist. Es hilft dir dabei, glückliche Beziehungen aufzubauen, lindert Angst und Zweifel, ermöglicht ein besseres Verhältnis zu dir selbst und stärkt dein psychisches Immunsystem (Resilienz). Doch wie geht das ganz praktisch, das eigene Selbstwertgefühl zu steigern? Ich habe mich auf die Suche gemacht.

Was gehört zu einem starken Selbstbewusstsein?

1. Ein Gefühl für dich selbst zu haben

Wie der Name sagt, haben Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl ein Gefühl für sich selbst. Sie können sich selbst spüren, nehmen ihre Gefühle und Bedürfnisse wahr und können diese auch kommunizieren.

2. Bestätigung von außen

Der Mensch erfährt sich im Kontakt mit anderen. So sehr sich unsere Gesellschaft auch individualisiert; das Miteinander und die Gemeinschaft bleiben wichtige Wohlfühlfaktoren für jeden von uns.

Ob du Feedback für deine Arbeit bekommst, von Freunden unterstützt und bestärkt wirst, dir deine Familie Halt gibt aber auch wie Fremde auf dich reagieren – das alles hat einen Einfluss auf dein Selbstwertgefühl.

3. Erlebnisse aus Kindheit und Jugend anerkennen

Wurdest du von deinen Eltern unterstützt oder eher gebremst? Wurdest du dazu ermuntert Dinge auszuprobieren? Wie verlief deine Schulzeit? Vielleicht wurdest du gehänselt oder warst ein Außenseiter. Musstest ständig um die Gunst anderer Menschen kämpfen, dich beweisen, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Auch, wenn du heute erwachsen bist: Diese Erlebnisse arbeiten weiter in dir. Sie sind wie ein Muster in dir angelegt. Jeder von uns hat solche Prägungen. Es geht im ersten Moment nur um das Erkennen. Darum, den Widerstand gegen deine Verletzungen aufzugeben und dich mit ihnen anzunehmen. Genauso wie du jetzt bist.

4. Sich nicht mit anderen vergleichen

Vergleichst du dich häufig mit anderen und schneidest dabei schlecht ab? Oder suchst du bei anderen Menschen nach Fehlern und Makeln, um dich selbst besser zu fühlen? Das macht auf Dauer nicht glücklich.

In der Transaktionsanalyse gibt es das Modell „Ich bin okay, du bist okay.“ Dies als Grundeinstellung im Umgang mit anderen zu verinnerlichen, hat mehrere Vorteile: Du begegnest anderen Menschen auf Augenhöhe und du behandelst gleichzeitig dich und den anderen wertschätzend.

5. Die eigene Verletzlichkeit als Stärke ansehen

Die Autorin Brené Brown hat mit ihrem Buch* das Thema Verletzlichkeit populär gemacht und es in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht. Sie beschreibt darin sehr fundiert und sensibel, warum Verletzlichkeit keine Schwäche, sondern eine Stärke ist.

Auch in Ein Kurs in Wundern wird dieses Thema aufgegriffen. Dort heißt es: In meiner Wehrlosigkeit liegt meine Stärke.

Wir alle sind darauf bedacht perfekt zu sein, uns keine Blöße zu geben und bei anderen gut anzukommen. Was ist der Preis für Perfektion? Inzwischen weiß ich, dass er hoch ist. Die Maske der Perfektion hält andere Menschen auf Distanz zu dir, sie lässt ein Gefühl der inneren Leere entstehen und die Lebendigkeit wird unterdrückt. Du wirst niemals deinen eigenen hohen Ansprüchen genügen, niemals einfach nur du selbst sein können.

Perfektion gibt es nicht und gleichzeitig ist alles perfekt. Als Mensch bringt jeder Schwächen und Stärken mit, jeder hat gute und schlechte Tage, vertut sich mal oder verhält sich unfair.

In Wahrheit sind wir jedoch alle ohne Schuld. Es gibt keinen Grund dafür, perfekt sein zu müssen. Jeder bringt ein inneres Strahlen und Leuchten mit, das heller ist als alle Masken und Abwehrmauern, die wir um uns errichten. Perfektion ist genau dies: Eine Mauer. Es braucht Mut, sie fallenzulassen, aber es lohnt sich.

6. Deiner eigenen inneren Leere begegnen

Meiner Meinung nach sind innere Leere und ein geringes Selbstwertgefühl eng miteinander verknüpft. Die meisten Menschen kennen sicherlich hin und wieder das Gefühl der inneren Leere. Nicht zu wissen, wo der eigene Platz ist, sich nicht zugehörig fühlen, sich innerlich instabil fühlen, ständig kämpfen und sich beweisen zu müssen, es allen recht zu machen, äußerlich nach Glück und Erfüllung zu suchen – das ist anstrengend.

Es heißt immer: „Das Glück liegt in dir.“ „Du hast alles in dir was du brauchst.“ Doch wo in dir liegt das Glück? Wo findest du es? Um dies beantworten zu können, musst du zunächst deiner inneren Leere begegnen, sie aktiv aufsuchen, sie kennenlernen ohne dabei von ihr verschluckt zu werden. Es ist kein leichter Weg, die innere Leere zu transformieren, sie mit Leben zu füllen. Aber einer, der sich auf allen Ebenen deines Lebens lohnt.

Ich finde die Lehre von Eckhart Tolle sehr hilfreich, da sie dich zurück ins Jetzt bringt. Aber auch alle Übungen und Methoden, die dich mit deinem Herzen und mit der Erde verbinden, helfen dir dabei, dich innerlich erfüllter zu fühlen.

Auch Meditation, die innere Kindarbeit und kreative Tätigkeiten (wie Schreiben, Malen, Töpfern o.ä.) bringen dich näher zurück zu dir.

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