Die heilende Kraft der Worte – Schreiben als Therapie

Wenn es mir nicht gut geht, schreibe ich. Ich schreibe mir alles von der Seele was mich bewegt. Selbst, wenn die Worte, die auf meinem Blatt erscheinen, unwichtig, lächerlich und vielleicht auch peinlich wirken, ich schreibe weiter – bis ich mich besser fühle. Alleine der Akt des Schreibens gibt mir Klarheit und lässt mich Zusammenhänge erkennen. Oft merke ich, dass alles gar nicht so dramatisch ist, wie ich es wahrgenommen habe. Lösungen entwickeln sich wie von selbst.

Während ich schreibe, tauche ich in eine andere Welt ein. In eine Welt der Erkenntnisse, des Trostes und der bedingungslosen Liebe.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du von der heilenden Kraft der Worte profitieren und Schreiben als Therapie nutzen kannst.

Egal, ob bei Ängsten, verborgenen Sehnsüchten, Wut oder Trauer – Schreiben heilt.

Während des Schreibens darfst du so sein wie du bist. Da ist niemand, der dich bewertet oder, den du mit deinen anklagenden Worten verletzen könntest.

Nur du und die Worte.

Es ist leicht über diesen Weg in Kontakt mit deinem Unterbewusstsein zu kommen und dir deiner eigenen Blockaden gewahr zu werden. Gleichzeitig wirst du rasch erkennen können, dass zu jedem Problem eine Lösung mitgeliefert wird. Das Schreiben macht sie sichtbar.

Wenn du möchtest, kannst du es ausprobieren.

Hast du aktuell ein Problem oder fühlst dich unwohl und weißt nicht was du tun sollst? Dann schreibe deine Frage auf und warte bis die Antwort zu dir kommt.

Beispielsweise könntest du fragen:

  • Warum bin ich heute so ängstlich?
  • Wie kann ich ein harmonisches Verhältnis zu meinem Arbeitskollegen herstellen ohne mich selbst zu verraten?
  • Wie kann ich weitere Wutanfälle vermeiden?

Nachdem du die Frage gestellt hast, beginnst du mit dem Schreiben. Schreib etwa 20 Minuten lang alles auf, was dir einfällt. Die ersten Sätzen scheinen vielleicht etwas zusammenhanglos zu sein und nichts mit deiner Frage zu tun zu haben. Doch, wenn du einfach weiter den Stift über das Papier gleiten lässt, werden die Worte immer klarer und du wirst tiefer in deine Frage vordringen – und Antworten finden. Am besten ist es übrigens mit der Hand zu schreiben, so ist die Verbindung zu deinem Herzen noch stärker

Du brauchst übrigens kein Schreibtalent zu sein oder dich zum Schriftsteller berufen zu fühlen, um diese Methode anzuwenden. Es geht nicht darum gut zu schreiben oder etwas besonders Geistreiches zu Papier zu bringen und keiner wird jemals deine Worte lesen, wenn du es nicht willst.

Mit dem Schreiben reinigst du dich innerlich.

Damit diese innere Reinigung auch klappt, möchte ich dich auf eine Herausforderung aufmerksam machen.

Dein innerer Kritiker wird sich vermutlich schneller zu Wort melden als du dein erstes Wort geschrieben hast.

Er wird dir sagen, dass es Unsinn ist einen Text ohne Ziel zu schreiben, dass du gar nicht schreiben kannst und dich mit anderen Dingen beschäftigen sollst. Er kann sehr penetrant sein und dich im schlimmsten Fall vom Schreiben abhalten oder den Fluss deiner Worte bremsen, so dass du nicht in Kontakt mit deinem Inneren kommst.

Diese Stimme hat jeder Mensch.

Sie kann unterschiedliche Formen annehmen und argumentiert ziemlich clever.

Wenn du Schreiben als Weg zum inneren Frieden nutzen möchtest, musst du dir bewusst sein, dass dein innerer Kritiker seine Stimme erheben wird.

Wie begegnest du ihm am besten?

Meine Empfehlung lautet: Schreibe auf was er sagt. Notiere seine Argumente und Beleidigungen genauso wie du sie hörst. Du kannst ihn in den Prozess der inneren Reinigung einbeziehen.

Indem du seine Worte zu Papier bringst, wird er sichtbar und aus seinem Schattendasein enthoben. Manchmal ist es sogar ziemlich skurril seine Sprüche zu lesen.

Dies ist übrigens ein großes Plus beim intuitiven Schreiben: Du entlarvst deinen inneren Kritiker. Er kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Fäden im Hintergrund ziehen, sondern wird ins Licht gehoben. Damit verliert er sofort seine Macht über dich.

Das intuitive Schreiben ist so heilsam, weil es eine große Klarheit in dein Inneres bringt.

Du entwirrst dein aktuelles Gefühls- und Gedankenchaos und bringst Struktur und Ordnung hinein.

Du gibst dem Chaos Raum und ebnest den Weg zu mehr Frieden in deinem Leben. Vieles, das du sonst gar nicht wahrnehmen würdest, wird sichtbar und Zusammenhänge werden dir klar. Es können sogar richtige Aha-Momente entstehen, wenn du ein Muster entdeckst, dem du bislang unbewusst gefolgt bist.

Die ersten Sätze sind meistens am schwierigsten. Der Verstand ist zu Beginn noch sehr aktiv und der innere Kritiker schreit laut auf, um dich doch noch umzustimmen. Um die Wirkung des Schreibens optimal entfalten zu können, sind meiner Erfahrung nach zwei bis drei DIN A4 Seiten bzw. 20 Minuten optimal. Diese Menge reicht aus, um Klarheit in deinem Inneren zu schaffen und deine Gedanken zu beruhigen.

Ein weiterer Vorteil des intuitiven Schreibens: Du durchbrichst das ständige Gedankenkarussell. Nach dem Schreiben wird dein Verstand sehr viel ruhiger und zentrierter sein. Du stärkst die Verbindung zu deinem Herzen und gewinnst neues Vertrauen in deine Intuition.

Weiterer Lesestoff für dich