28 Tipps für ein friedliches Miteinander

Öffentliche Anfeindungen, Kritik und negative Kommentare – in den Medien wird uns mehr und mehr suggeriert, dass es in Ordnung ist, einander öffentlich fertig zu machen und keinen Respekt vor dem Gegenüber zu haben. Auch in der Politik kannst du dies Tag für Tag beobachten.

Ich verfolge diese Entwicklung mit einer gewissen Traurigkeit, denn ich finde, dass wir einander schätzen und respektieren und uns für ein respektvolles Miteinander einsetzen sollten. Schließlich hat jeder seine Gründe, warum er oder sie so ist wie er ist.

Anders ausgedrückt: Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Einander mit Verständnis, Respekt und Achtung zu begegnen, finde ich essentiell – auch dann, wenn du anderer Meinung bist oder dich im Recht fühlst.

Diese Forderung soll jedoch nicht dazu führen, dass du dich auf Kosten anderer verbiegst und um des lieben Friedens willen alles über dich ergehen lässt. Als hochsensibler Mensch hast du ein sehr feines Gespür für mangelnden Respekt und eine gestörte Harmonie. Du wünschst dir ein friedliches Miteinander und gibst alles, um es allen Recht zu machen.

Dies lässt in dir von Zeit zu Zeit ein Gefühl des Ausgenutzt-Seins entstehen und du suchst nach einem Weg, für dich einzustehen und dabei gleichzeitig niemanden zu verletzen.

Das hat mich auf die Idee gebracht, ein paar Tipps für den Umgang miteinander zu formulieren. Das Miteinander soll auf Respekt und Achtung basieren. Es soll möglich sein, dass du für dich einstehst und deine Begegnungen auf positive Art gestaltest.

Was braucht es für ein respektvolles Miteinander?

Ein gesunder Umgang hat mit zwei Dingen zu tun: Erstens geht es darum, wie du dich anderen gegenüber verhältst. Zweitens darum, wie du mit dir selbst umgehst. Und dies hat einen direkten Einfluss darauf, wie andere dir begegnen bzw. welche Grenzen du ihnen setzt.

Für ein respektvolles Miteinander ist es daher zunächst wichtig, dass du dich selbst mit Achtung und Respekt behandelst. Das heißt: Du kennst und achtest deine Bedürfnisse und setzt auch mal Grenzen.

Wenn du dir mit einer positiven Grundhaltung begegnest, dann wird es dir leicht fallen, andere ebenso zu behandeln und du entwickelst ein Gespür dafür, wann deine Würde nicht gewahrt wird und kannst Grenzen setzen.

Du findest das Gleichgewicht zwischen „zu-nett-sein“ und „dich-vollkommen-abgrenzen“.

Was ist Selbstachtung?

Wenn du eine hohe Selbstachtung hast, dann ist dein Grundgefühl dir selbst gegenüber positiv. Du denkst positiv über dich und kennst deinen Wert und deine Bedürfnisse.

Du sorgst gut für dich und begegnest dir mit Respekt. Du wirst nicht zulassen, dass dich jemand schlecht behandelt. Gleichzeitig wirst du dich nicht für andere aufopfern oder verbiegen.

Eine geringe Selbstachtung hingegen führt dazu, dass du dich ständig in Frage stellst, versuchst es anderen Recht zu machen und dich auf eine Weise behandeln lässt, die dir und deinem Körper schadet.

Wie kannst du Selbstachtung entwickeln?

Sich selbst mit Achtung und Respekt zu begegnen ist gar nicht so einfach. Nicht umsonst heißt es, wir seien selbst unser größter Feind und stärkster Kritiker.

Eine gute Frage, um dies zu verdeutlichen: Siehst du andere Menschen auch so kritisch wie dich selbst oder bist du ihnen gegenüber großzügiger?

Meistens bist du so kritisch mit dir selbst, wie du es mit anderen niemals sein könntest. Kannst du dir vorstellen, dir selbst gegenüber großzügiger zu sein?

Nochmal: Der erste Schritt zu einem gesunden Miteinander ist deine Selbstachtung und dein Verhältnis zu dir selbst.

Die nachfolgenden „Erlaubnis-Sätze“ helfen dir dabei, dich in dir stärker zu fühlen und dadurch mehr Sicherheit und Vertrauen zu finden.

Ich darf…

  • authentisch sein. So wie ich jetzt bin.
  • unangepasst sein und meine Meinung äußern, statt ständig zu schauen was andere hören wollen.
  • meine Bedürfnisse offen aussprechen.
  • auch mal die Harmonie stören.
  • Fehler machen, unperfekt sein und mal einen schlechten Tag haben.
  • auch mal traurig, wütend, hilflos, einsam und ängstlich sein.
  • mir selbst über den Weg trauen und meinen Weg gehen, auch wenn andere es anders machen würden.
  • zu meinen Überzeugungen stehen.
  • meinem inneren Ruf folgen und mein eigenes Leben nach meinen Wünschen gestalten.
  • (unausgesprochene) Familientraditionen/-regeln brechen und trotzdem geliebt werden.
  • meinem Leben einen Sinn geben – nach meinen eigenen Werten, Überzeugungen, Talenten und Begabungen.
  • aufrecht durch’s Leben gehen und stolz auf mich sein.
  • wertschätzend behandelt werden.
  • die Ratschläge anderer nicht annehmen, auch wenn sie noch so gut gemeint sind.
  • Pausen von der Arbeit machen und nicht ständig Hochleistungen bringen.
  • gut bezahlt werden.
  • meine eigene Stimme haben. Auch, wenn das nicht jedem gefällt.
  • in meiner Beziehung meine Werte kommunizieren und diese formen.
  • anders sein als andere es von mir erwarten.
  • mich weiterentwickeln.
  • ein Leben außerhalb meiner Beziehung/Familie haben.
  • Forderungen, die an mich gestellt werden, zurückweisen.
  • gemocht und geliebt werden so wie ich nun mal jetzt bin.
  • Nein zu Aggression und Beleidigungen sagen.
  • körperliche und seelische Gewalt hundertprozentig ablehnen und stattdessen zu mir zu stehen.
  • meine psychischen und körperlichen Grenzen kennen und dazu stehen.
  • mich zur Wehr setzen, wenn ich mich ungerecht behandelt fühle.

Siehst du den Zusammenhang zwischen all diesen Erlaubnis-Sätzen?

Du brauchst dich nicht zu verändern und immer besser zu werden, sondern bist bereits jetzt genau richtig. Es ist Zeit, dass auch andere Leute sehen können wer du bist und wozu du stehst.

Wofür möchtest du dir die Erlaubnis geben?

 

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