Plastikfrei leben – Warum wir unseren Plastikverbrauch überdenken sollten

Seit ein paar Wochen beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema plastikfrei leben. Immer mehr gerät Plastik als gesundheits- und umweltschädlich in den Fokus der Öffentlichkeit. Dabei gibt es kaum eine Möglichkeit daran vorbeizukommen.

Denn egal was wir kaufen; Getränke, Obst, Gemüse, Badartikel, Zimmerpflanzen oder Tiefkühlprodukte – all dies steckt in einer Plastikverpackung. In den letzten Wochen habe ich ein kleines Selbstexperiment gestartet und versucht, meinen Plastikverbrauch einzuschränken und dabei festgestellt: Das ist verdammt schwer.

Doch warum macht es überhaupt Sinn, vom Plastik wegzukommen?

Plastik ist weder für unsere Gesundheit, noch für die Umwelt gut. Vor allem die darin enthaltenen Weichmacher (Phtalate) gelten als gesundheitsschädlich. Sie kommen in Körperpflegemitteln, Zahnpasta, Deodorants, PET-Flaschen und Kinderspielzeugen vor. Auch unsere PVC-Böden enthalten diese Chemikalie.

Phtalate scheinen wie Hormone zu wirken und können daher bei Frauen zu Unfruchtbarkeit und dem früheren Einsetzen der Menopause führen. Bei Männern stehen sie im Verdacht, das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, zu steigern. Diese Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind sicherlich nur einige der vorhandenen. Der Weichmacher ist auch in vielen Medikamenten enthalten.

Obwohl die gesundheitlichen Risiken inzwischen der Mehrheit der Verbraucher bekannt sein dürften, kaufen wir weiterhin fleißig in Plastik eingepackte und verschweißte Produkte ein.

Ich selbst stelle keine Ausnahme davon dar. Auch ich trinke mein Wasser noch häufig aus Plastikflaschen, meine Zahnbürste ist aus Plastik, mein Shampoo, das Duschzeug und auch andere Kosmetikprodukte – sie alle stecken in Plastik.

Hier findest du eine Aufstellung der gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffe in Plastik.

Neben unserer eigenen Gesundheit, leidet auch die Umwelt unter unserem Plastikmüll.

Auf der Seite des Umweltbundesamtes habe ich gelesen, dass eine einzige Plastikflasche bis zu 450 Jahre braucht, um sich vollständig zu zersetzen. Während des Abbauprozesses werden die Plastikgegenstände zwar kleiner, zersetzen sich aber nicht vollständig. Was daraus entsteht, wird als Mikroplastik bezeichnet.

Hier findest du ein interessantes Schaubild zur Dauer der Zersetzung.

Vor allem unsere Meere versinken zunehmend im Plastikmüll. Seevögel, Schildkröten und Meeressäuger verenden teils qualvoll, weil sie unser Plastik fressen. Regelmäßig finden Forscher große Plastikgegenstände in den Mägen von toten Seevögeln und Fischen.

Darüber hinaus nehmen sie die Plastik-Giftstoffe im Mikroplastik auf. Wenn wir die Fische fangen und dann verspeisen, gerät der Giftstoff wiederum in die menschliche Nahrungskette.

Hier findest du ein interessantes Schaubild darüber, wie Plastik in die Meere gelangt.

Doch was kann ich als einzelne Person dagegen tun?

Ist es wirklich relevant, ob ich mein Wasser weiterhin aus Plastikflaschen trinke, mein Duschzeug aus Plastikgefäßen nehme und Mülltüten aus Plastik verwende? Macht es wirklich einen Unterschied, wenn ich als einzelne Person immer mehr auf Plastik verzichte?

Und vor allem: Wie soll ich das anstellen?

Das Einkaufen wird viel aufwändiger sein und mich mehr Zeit und vielleicht auch mehr Geld kosten. Mein erstes Experiment hat mir gezeigt wie schwierig es wirklich ist, plastikfrei leben zu wollen.

Ich denke, der erste Schritt besteht darin, bewusst darauf zu achten, wo wir Plastik verwenden und ein Gefühl dafür zu bekommen, wo wir es vermeiden könnten. Denn häufig sind wir betriebsblind uns sehen gar nicht, wo Plastik drin ist. So ging es mir beim Kaufen von Zimmerpflanzen. Jede der Pflanzen steckt in einem Plastiktopf.

Auch viele vegane und vegetarische Produkte aus dem Bioladen sind in Plastik verpackt. Mein Müsli befindet sich in einer Plastikhülle und auch Lampen oder Dekorationsartikel kommen kaum ohne dieses Material aus.

Ich kann nur für mich sprechen, wenn ich sage, dass es sich lohnt seinen eigenen Plastikverbrauch zu überdenken. Und ich bin überzeugt davon, dass es sehr wohl einen Unterschied macht, was der Einzelne tut. Denn es werden mit der Zeit immer mehr Menschen sein, die umdenken und daraufhin werden sich auch die Unternehmen umstellen müssen, um die Verbraucherwünsche zu erfüllen.

Der Verzicht auf (kostenfreie) Plastiktüten in Kaufhäusern und Lebensmittelgeschäften ist schon ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wenn du dich näher mit dem Thema „Plastikfrei leben“ beschäftigen möchtest, kann ich dir diese Bücher empfehlen:

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