Nein sagen lernen – So sagst du ohne schlechtes Gewissen Nein

Du willst geliebt und gemocht werden. Du willst für andere da sein, sie nicht im Stich lassen, wenn sie dich brauchen. Du willst eine gute Tochter, Mutter, Partnerin und Mitarbeiterin sein, die keine Schwierigkeiten macht und die Harmonie bewahrt. Also sagst du Ja, obwohl du Nein meinst. Immer wieder. Und irgendwann fängt es an, dich zu nerven. Du fühlst dich ausgenutzt, schlecht behandelt und immer häufiger auch erschöpft.

Nein ist ein einfaches Wort, das sehr befreiend wirken kann. Trotzdem tun sich viele Menschen schwer damit, Nein zu sagen (ich auch).

Wann sagst du Ja, obwohl du Nein sagen wolltest?

Wie fühlt sich das an?

Ich sage oft Ja, wenn ich überrumpelt werde. Mir fällt in dem Moment keine Begründung für mein Nein ein. Wenn mich zum Beispiel ein Kollege fragt, ob ich eine Aufgabe übernehmen kann, dann sage ich meistens Ja, obwohl ich manchmal gar keine Zeit oder Muße dafür habe. Ich denke, ich müsste mein Nein begründen und hole mir so die Bestätigung des anderen, dass er mein Nein akzeptiert und nicht böse auf mich ist.

Ich fühle mich also innerlich verpflichtet Ja zu sagen.

Was ist, wenn ich Nein sage? Dann ziehen die anderen vielleicht hinter meinem Rücken über mich her, ich gelte als faul oder unfreundlich. Ich habe jemand anderen im Stich gelassen und trage die Konsequenzen dafür.

Das alles sind Glaubensmuster, die ich so gelernt und mir angeeignet habe. Aber ist das wirklich wahr?

Mache ich mich unbeliebt, wenn ich Nein sage? Könnte nicht auch das Gegenteil richtig sein?

Ich mache mich beliebt, wenn ich Nein sage. Mir persönlich sind Menschen lieber, die ehrlich und direkt sagen was sie denken und fühlen. Das macht die Kommunikation und die Zusammenarbeit einfacher. Ich weiß woran ich bin und kann selbst auch ehrlich sein. Es macht vieles leichter. Ein ehrliches Nein ist doch viel besser als ein halbseidenes Ja.

Wenn ich etwas mache ohne es zu wollen, fühle ich mich schlecht damit. Ich werde passiv-aggressiv und erledige meine Aufgabe unordentlich oder gar nicht. Dafür, dass ich mich selbst übergangen habe, gebe ich anderen die Schuld.

Als Ergebnis behandle ich erst mich selbst schlecht und dann die anderen. Wäre da ein ehrliches Nein nicht die bessere Alternative?

Wie ist das bei dir? Hast du auch solche Glaubensmuster, die dich dazu bewegen Ja statt einem ehrlichen Nein zu sagen?

Diese Muster und Gedanken schlummern seit Jahrzehnten in deinem Unterbewusstsein ohne jemals hinterfragt zu werden. Es ist deine Wahrheit, die deine Realität kreiert. Dabei sind viele dieser Überzeugungen nicht mehr zeitgemäß und dürfen von dir in Frage gestellt werden.

Was befürchtest du, wenn du Nein sagst?

Es geht nicht darum, ab jetzt ständig Nein zu sagen. Vielmehr kannst du zunächst einmal beobachten in welchen Situationen du häufig „ungewollt“ Ja sagst. Du kannst dir anschauen welche Überzeugung dahinter steht.

Er klarer du dir über deine eigenen Beweggründe bist und erkannt hast, welche Situationen prädestiniert dafür sind, dass du dich nicht traust etwas abzulehnen, desto klarer kannst du in Zukunft kommunizieren und dich für eine neue Wahrheit entscheiden.

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