Ein Kurs in Wundern – Die Versöhnung mit dem Ego

Als ich begonnen habe das Übungsbuch von Ein Kurs in Wundern zu studieren, ist mir schnell mein eigener innerer Widerstand begegnet. Nach anfänglichen Glücks- und Erfolgserlebnissen fühlte ich mich mit jeder Lektion schlechter. Ich wollte mich so gerne besser fühlen und Fortschritte machen, doch es gelang mir nicht. Nach ein paar Tagen legte ich den Kurs zur Seite.

In seinem Buch „Den Widerstand aufgeben – Die Liebe annehmen“ beschreibt Kenneth Wapnick dieses Phänomen des inneren Widerstandes aus verschiedenen Blickwinkeln. In diesem Artikel habe ich bereits über den inneren Widerstand und die Angst vor der Erlösung geschrieben.

In diesem Text möchte ich auf die Rolle des Egos eingehen.

Wapnick beschreibt, dass wenn wir mit der praktischen Arbeit im Kurs beginnen und die Struktur des Egos erkennen, gleichzeitig die Versuchung aufkommt, den Kurs zu beenden und wegzulaufen:

„Der schwierige Teil des Kurses besteht darin zu lernen, das Ego auszuhalten ohne in die Falle zu gehen, vor ihm wegzulaufen, in ihm zu schwelgen, ihm einen Altar zu bauen oder es zu verleugnen.“

Der Schmerz des Egos wird im Kurs als Deckmantel der Angst gesehen. Hinter dieser Angst verbirgt sich die Liebe.

Wie findest du den Weg vom Ego in die Liebe?

In Ein Kurs in Wundern wird dir eine neue Art zu denken beigebracht. Du gehst vom Denksystem des Egos zu dem des Heiligen Geistes. Die gute Nachricht: Du trägst beide Denksysteme vollständig in dir.

Im ersten Schritt geht es darum, dein eigenes Ego zu betrachten ohne darüber zu urteilen. Nur dadurch verbindest du dich mit der Liebe. Du schaust dir den Schmerz deines Egos an und verweilst mit deiner Aufmerksamkeit dort. Dadurch dringst du zur Liebe vor.

An diesem Punkt kann sich abermals etwas Paradoxes zeigen: Die Angst vor der Liebe. Wenn du dich entschieden hast, den Kurs zu machen, werden Zweifel aufkommen und du wirst dich fragen, ob das der richtige Weg ist.

Das liegt unter anderem dadurch, dass du dir im Kurs sehr deutlich deiner eigenen Ängste bewusst wirst.

Du analysierst deinen Geist und erkennst, wie sehr du dich mit kleinen und großen Ärgernissen, Kritik, Urteil, Hass und Schuld identifizierst. Dies kann zunächst zu Leiden und emotionalem Schmerz führen.

Wer bist du?

Wenn du dich entscheidest, all das loszulassen, kann etwas Beängstigendes geschehen: Du weißt nicht mehr wer du bist.

Du hast dich so lange mit Schuld und Urteil, mit Besonderheit und Kritik identifiziert, dass du nicht weißt wer du ohne diese Dinge bist. Zwar wünschst du dir häufig bestimmte Emotionen und Angewohnheiten loslassen zu können, doch wenn du das wirklich tust, entsteht im ersten Moment eine Unsicherheit. Eine Leere. Diese führt zu Angst und in vielen Fällen zum Rückzug in das Bekannte. Somit ist dies ein Punkt, an dem viele Menschen das Übungsbuch beiseitelegen.

Was kannst du tun, um dennoch weiterzugehen?

Dem Ego ohne Urteil begegnen

Wie schon erwähnt, ist es heilsam, dein Ego ohne Urteil anzuschauen. Du bist der Beobachter, der von außen wahrnimmt (ohne zu urteilen). Wenn du dein Ego auf diese Weise betrachtest, verbindest du dich gleichzeitig mit dem Heiligen Geist.

„Fürchte dich nicht vor dem Ego. Es ist von deinem Geist abhängig, und so, wie du es machtest, indem du an es glaubtest, kannst du es dadurch auflösen, dass du den Glauben an es zurücknimmst.“ (T-7. VIII.5:1-2).

Das Ziel von Ein Kurs in Wundern ist es keineswegs, das Ego zu vernichten, sondern dich wegen ihm nicht länger schuldig zu fühlen und dich stattdessen für den Heiligen Geist zu entscheiden.

Wenn du dich schuldig oder unwürdig fühlst, weil du immer noch „schlechte“ Gefühle und Impulse in dir trägst, hilft dir diese Passage aus Ein Kurs in Wundern:

„Es ist deine Funktion, ihnen zu entrinnen, aber nicht ohne sie zu sein.“

Mit ihnen sind hier Hass, Schuld, Schatten und Groll gemeint.

Es geht viel mehr darum, das Urteil, das du deinem Ego und deinen vermeintlich schlechten Seiten auferlegst, zurückzunehmen. Durch diese Entscheidung kann sich dir das Gedankensystem der Liebe zeigen.

Alles was es dazu braucht, ist deine Bereitwilligkeit.

„Vertraue nicht deinen guten Absichten. Sie reichen nicht aus. Vertraue aber blind auf deine Bereitwilligkeit, was immer sonst eintreten mag. Konzentriere dich nur darauf, und lass es dich nicht stören, dass Schatten sie umgeben. Deshalb bist du gekommen. Wenn du ohne sie kommen könntest, bräuchtest du den heiligen Augenblick nicht.“

(T-18.IV.2:1-6)

Weiterführende Links: In diesem Artikel habe ich bereits ausführlich über den inneren Widerstand und den Kurs in Wundern geschrieben.

In meinem Inner Peace Training arbeiten wir mit Elementen aus Ein Kurs in Wundern. Hier kannst du dir das Programm anschauen: Inner Peace Training.

Hinweis: Der Text enthält Werbelinks. Wenn du darüber ein Buch bestellst, erhalte ich eine kleine Provision. Dein Preis bleibt davon unberührt.

Weiterer Lesestoff für dich