Ein Gespräch mit der Angst

Während meiner kreativen Schreibübungen mit dem Buch Federleicht von Barbara Pachl-Eberhart habe ich ein Gespräch mit meiner Angst geführt. Und was soll ich sagen – ihre Antworten haben mich überrascht, ermutigt und mir sehr viel Klarheit geschenkt. Ich wünsche mir, dass dir mein Gespräch mit der Angst genauso hilft. In diesem Text findest du sehr viele Möglichkeiten, um mit deiner Angst umzugehen.

Ich: Hallo Angst.

Angst: Hallo.

Ich: Ich nehme dich wahr.

Angst: Das ist gut so.

Ich: Was möchtest du mir sagen?

Angst: Das Ungewisse kann gefährlich sein. Achte auf dich. Du bist sehr wertvoll.

Ich: Erwartet mich denn eine Gefahr?

Angst: Nein, wahrscheinlich nicht. Aber ich begleite dich, damit du gut für dich sorgst, sorgfältig abwägst und dir dort Sicherheit schaffst, wo es möglich ist.

Ich: Und warum bist du mir immer so unangenehm?

Angst: Weil ich es bin. Ich tauche dort auf, wo du mich nicht haben willst. Ich bin unangenehm und prüfe dich. Wenn du mich nicht willst, kämpfst du. Jeder Mensch hat Angst. Sie ist sogar lebenswichtig.

Ich: Gibt es etwas, das dich beruhigt?

Angst: Wenn du dir selbst vertraust und dich nicht hängen lässt. Du sollst dich nicht von anderen abhängig machen, sondern deine eigene Stärke entwickeln. Du bist sehr stark. Es tut mir weh, dass du diese Stärke oft versteckt. Ja, sie gar nicht wahr nimmst.

Ich: Es passiert mir oft, dass ich in meine Stärke kommen will und dann tauchst du auf. Dann fühle ich mich wieder schwach.

Angst: Ich schwäche dich nicht. Das verstehst du falsch. Ich teste deine Stärke. Wenn etwas Neues kommt und dich aus dem Gleichgewicht bringt, dann springe ich ein. Du spürst dann fast nur noch Angst und versuchst alles zu kontrollieren. Das macht dir noch mehr Angst. So wird die Angst zum Teufelskreis. Das muss sie aber gar nicht.

Dass ich komme ist normal. Ich muss es tun, wenn etwas Neues ansteht. Ich prüfe, ob du auch wirklich bereit bist. Wenn du durch mich hindurch gegangen bist, dann zeigt sich deine Stärke. Sie liegt unter mir verborgen. Daher lohnt es sich auch so, dass du weitergehst, auch und vor allem dann, wenn ich sehr deutlich wahrnehmbar bin. Dahinter liegt das Geschenk.

Ich will dich nicht quälen, sondern deine Entwicklung fördern. Du hast zwei Möglichkeiten: 1. Du verstrickst dich in mir und es wird immer schlimmer. 2. Du nimmst mich wahr und gehst trotzdem weiter. Es liegt in der Natur der Dinge, dass die Stärke bzw. das Geschenk hinter mir liegt. Nichts im Leben ist komplett kontrollierbar. Ich zeige dir auch, dass du es versuchst.

Da ich so unangenehm bin, suchst du nach Möglichkeiten mir zu entkommen. Du siehst dich nach Methoden um, die dir helfen dich zu entspannen, Vertrauen aufzubauen und gelassener zu werden.

Wenn du mich als Weg ansiehst, wirst du sehr viel innere Kraft und Sicherheit durch mich gewinnen.

Ich: Das klingt gut und nachvollziehbar. Aber was mache ich, wenn du körperlich so stark bist, dass es kaum auszuhalten ist?

Angst: Ich bin eine starke Emotion, die körperlich sehr präsent ist. Manchmal hilft da nicht viel. Wenn ich mich schon über eine Zeit aufgebaut habe und sehr groß bin, dann hilft manchmal nur abwarten und atmen. Du sollst wissen, dass ich niemals für immer bleibe. Ich komme und gehe auch wieder. Wenn es dir hilft, kannst du bewusst atmen oder dich bewegen. Manchmal macht das alles nur noch schlimmer, weil du dadurch versuchst mich loszuwerden. Wenn ich sehr stark bin, bemerke es einfach und sage Ja zu mir. Und warte ab.

Du kannst allerdings im Vorhinein einiges tun, damit ich mich nicht so stark aufbaue. Entspannungsmethoden und Meditationen helfen sehr gut. Generell alles was dich befähigt, ist sehr hilfreich.

Nimm auch die Verurteilung raus. Es ist keine Schande oder Schwäche, Angst zu haben. Jeder hat sie. Verurteile dich nicht dafür, sondern bejahe mich. Erwarte aber auch dann nicht, dass ich sofort verschwinde.

Ich gehe, wenn ich gehe. Lebe dein Leben trotzdem. Nutze die Zeit, in der ich da bin, für deine persönliche Entwicklung.

Auch, wenn es sich nicht so anfühlt. Die Zeiten, in denen ich da bin, sind sehr wertvoll für dich. Wenn du es zulässt wohlbemerkt. Du kannst dir die Frage stellen was es für dich zu tun bzw. zu lernen gibt.

Dann wirst du es sehr schnell wissen. Da ich so stark bin, zwinge ich dich förmlich in die innere Entwicklung. Nicht aus Bosheit, sondern aus Notwendigkeit. Schau dir genau an wovor du Angst hast und frage dich, welche Qualität dir in diesem Moment weiterhelfen würde. Selbstliebe, Vertrauen, bei dir sein, Ruhe, Entspannung, innere Kraft.

Durch mich entwickelst du diese Qualitäten. Niemand kann sie dir mehr nehmen. Ich liebe dich. Und möchte dich befähigen. Nimm dir nicht zum Ziel niemals mehr Angst zu haben. Sieh mich lieber als Begleiter, der dich erblühen und strahlen lässt – wenn du das zulässt und mitmachst.

Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich ungemein!

Hast du Lust auch ein Interview mit deiner Angst zu führen? Es ist sehr befreiend!

Weitere Schreibübungen, mit denen du deine Intuition stärken kannst, findest du in diesem Buch.

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