Die Sehnsucht nach dem Sinn – Deine Berufung finden

Wenn wir unsere Berufung in die Welt bringen, geht es darum etwas zu erschaffen, das es so noch nicht gibt. Vielleicht fällt es uns deswegen so schwer, unsere Berufung zu finden. Weil wir sie im Außen suchen. Wir suchen nach einem vorgezeichneten Weg, wie einem neuen Beruf, einer Ausbildung oder einer Anleitung, nach der wir dann leben können.

Tests können helfen, die eigenen Stärken, Talente und Potentiale zu erkennen. Sie sind sehr wertvoll und können uns Aufschluss geben. Wir lernen uns selbst besser kennen. Coachings und Beratungen helfen ebenfalls die eigene Berufung zu finden. Und ich empfehle jedem, einen guten Begleiter an seiner Seite zu haben.

Meiner Erfahrung nach ist die Suche nach der eigenen Berufung wie ein Puzzle.

Auf unserem Weg finden wir viele verschiedene Puzzleteile, die wir zusammensetzen dürfen. Wir lernen uns besser kennen, gehen durch Selbstfindungsprozesse, spüren Blockaden auf, stellen das System in Frage und halten Ausschau nach unseren Begabungen.

Viele meiner Klienten wünschen sich, ihre Berufung zu finden. Verständlich, schließlich haben viele von uns die Sehnsucht, ihrem Leben einen tiefen Sinn zu verleihen. Wir möchten wissen, dass wir etwas Sinnvolles tun und wollen nicht mehr Aufgaben ausführen, die uns nutzlos erscheinen.

Wir möchten unserer inneren Stimme folgen.

Lange Zeit habe ich darauf gewartet, dass es bei mir eines Tages Klick macht und ich meine Berufung kenne. Auf den Tag, an dem alles glasklar und vorgezeichnet vor mir liegt und keine Fragen mehr offen sind.

Heute bin ich der Meinung, dass sich unsere Berufung Stück für Stück offenbart. Sobald wir uns auf den Weg machen, werden wir Hinweise auf unsere Berufung finden. Und statt radikal unser bisheriges Leben komplett über den Haufen zu werfen, werden sich uns die nächsten Schritte immer nach und nach offenbaren. Wir können kleine Schritte machen und uns die Zeit nehmen, die wir brauchen.

In Ein Kurs in Wundern finden wir diesen (recht provokativen) Satz:

„Unendliche Geduld garantiert sofortige Ergebnisse.“

Die eigene Berufung zu finden ist mit einem inneren Entwicklungsprozess verbunden. Vieles von dem, was wir von Kindesbeinen an gelernt haben, dürfen wir wieder vergessen und viele Schutzschichten in unserem Inneren lösen sich auf. Das braucht Zeit.

Bei diesem Prozess können wir Hilfe in Anspruch nehmen und den Fokus darauf richten, dass wir uns unserer Berufung nähern.

Obwohl wir dieses Ziel haben, sollten wir jedoch nicht vergessen, dass wir auch jetzt schon ein Leben haben.

So oft rennen wir Zielen hinterher und glauben, erst dann glücklich sein zu können, wenn wir sie erreicht haben.

Manche Ziele stellen sich doch als unerreichbar heraus und andere enttäuschen uns, wenn wir endlich das gewünschte Resultat haben.

Ich habe während meines Studiums beispielsweise immer gedacht, dass ich erst zufrieden und stolz auf mich sein kann, wenn ich mein Diplom habe. Als ich es hatte, habe ich mich nicht gefreut. Der Weg dorthin war zu anstrengend und es war kein Herzensziel von mir. Sondern eines des Verstandes.

Wie viel schöner wäre es, wenn wir auch den Weg genießen könnten. Wenn wir heute schon zufrieden sein könnten. Das heißt nicht, dass wir keine Ziele mehr haben sollen. Wenn das Ziel zur Besessenheit wird, dann laufen wir Gefahr uns selbst zu verlieren und große Zeitspannen unseres Lebens nicht zu genießen.

Ziele sind manchmal wie Möhren vor unserer Nase, denen wir hinterherlaufen. Doch wo bleibt die Gegenwart?

Ich selbst gehöre zu den Menschen, die sich unglaublich schwertun, im Hier und Jetzt zu sein. Ich habe ständig Pläne im Kopf, immer neue Ideen und möchte oft da sein, wo ich gerade nicht bin. Das ist ein Problem. Denn dadurch bin ich oft nicht wirklich präsent. Ich verschwende gewissermaßen meine Zeit, da sich in meinem Inneren etwas weigert wirklich präsent zu sein. Und obwohl ich viel an dieser Thematik arbeite, fällt es mir immer noch schwer.

Oft ist mir der gegenwärtige Moment zu langweilig.

Warum soll ich hier sein, wenn es in meiner Fantasie doch viel interessanter ist?

Warum sollte ich im Jetzt sein, wo der Moment gerade nicht angenehm ist und draußen noch nicht einmal die Sonne scheint?

Wenn ich am Strand liege und die Sonne auf mich scheint, fällt es mir leicht präsent zu sein. Doch was ist, wenn ich an einem verregneten Tag im Büro sitze und eigentlich gar keine Lust zum Arbeiten habe?

Dann ist der gegenwärtige Moment für mich alles andere als attraktiv. Alles da draußen wäre besser als die Gegenwart.

Was ich damit sagen will ist, dass auch unsere Berufung sich uns nicht zwangsläufig erst in der Zukunft offenbaren wird. Vielmehr ist sie jetzt schon da – in jedem von uns angelegt.

Wenn wir unser Leben nicht damit verbringen möchten, einer Möhre hinterherzurennen, können wir uns für den Gedanken öffnen, präsent zu werden.

Wir können versuchen, im gegenwärtigen Moment zu sein und schauen was passiert.

Vielleicht gelingt es uns am Anfang nur für wenige Sekunden im Jetzt zu sein. Das ist überhaupt nicht schlimm, denn wir können es im nächsten Moment wieder versuchen.

Wenn uns dies über längere Zeitspannen gelingt, werden wir sehen, dass der Augenblick der Kraft Jetzt ist. Er ist immer nur in diesem einen Moment. Es gibt in Wirklichkeit immer nur den einen Moment. Er ist alles, was existiert.

Wenn wir uns dem gegenwärtigen Moment entgegensetzen, dann kämpfen wir gegen das Leben. Wir kämpfen gegen die Emotionen, die Erfahrungen, die Menschen und unseren Körper.

Sobald wir uns dem Jetzt öffnen, werden wir uns unseren Emotionen und all dem ausgesetzt sehen, das uns so unangenehm erscheint.

Wir werden lernen, dass der gegenwärtige Moment ein heiliger ist.

Einer, in dem wir das Wunder des Lebens wirklich spüren können. Ein Moment, in dem uns klar wird, dass unser Leben wertvoll ist. Ein Moment, in dem wir statt mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, das Wunder kennenlernen.

Je mehr wir den Widerstand gegen das Leben aufgeben, desto verbundener fühlen wir uns. Solange wir leben, wird das Leben uns herausfordern. Wir werden immer mit der ganzen Palette von Emotionen zu tun haben. Wir werden mit Schmerz, Leid und Verlust konfrontiert werden. Einfach, weil dies alles Teil des Lebens ist.

Aber statt weiterhin davor davon zu laufen und nach einem neuen Leben zu suchen, können wir damit beginnen, jeden einzelnen Moment zu meistern. Wenn wir lernen, im Chaos der Emotionen zu bestehen und eine Verbundenheit mit uns selbst herstellen können, werden sich die Dinge ändern.

Statt der Suchenden, die niemals finden werden, können wir Menschen werden, die verbunden mit sich und dem Leben sind. Menschen, die erlauben, dass das Leben durch sie strömt.

Das ist nicht immer angenehm, aber es ist der menschlichste und zugleich göttlichste Weg von allen.

Dies ist ein wunderschönes Lied über den gegenwärtigen Moment.

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