Den Weg in die Freude finden

Glücklich sein möchten wir alle. Trotzdem gelingt es uns noch lange nicht immer. Im Gegenteil: Statt glücklich zu sein, empfinden wir häufig Trauer, Besorgnis, Angst oder Wut. Das Kommen und Gehen der Emotionen ist wie eine Welle. Ständig ist Bewegung in ihnen. Meine Erfahrung ist, dass Freude, Glück und innerer Friede weitaus seltener und schwieriger zu erreichen sind als die eben genannten „negativen“ Emotionen.

Warum aber fällt es uns so schwer glücklich zu sein? Und zwar dauerhaft, nicht nur zwischendurch oder in Momenten, in denen äußerlich und im Inneren auch wirklich alles stimmt.

Acht Jahre beschreite ich jetzt den Weg der inneren Heilung und des Erwachens. In dieser Zeit habe ich mich durch wirklich üble Gefühle, Erfahrungen und Verletzungen gewühlt. Ich habe so viel von meinem Unterbewusstsein in mein Bewusstsein geholt, mir angeschaut und es geheilt.

Dieses Jahr sind mir zwei wichtige Dinge klargeworden: Es wird niemals aufhören. Ich werde auch in fünf oder zehn Jahren noch Verletzungen finden, die zu heilen sind. Ich werde auf Trauer, Wut, Angst und Hilflosigkeit stoßen. Mein Leben lang. Einfach nur, weil ich ein Mensch bin.

Meine zweite Erkenntnis ist, dass ich endlich wieder glücklich sein möchte. Ich will mich wieder lebendig und fröhlich fühlen, mein Leben genießen.

In der Arbeit mit dem Kurs in Wundern ist mir klargeworden, dass unser aller Normalzustand in Wirklichkeit innerer Friede und dauerhaftes Glück sind. Der ständige Kampf und das Ausrichten auf Negatives sind ganz einfach nur Zeichen von fehlender Verbundenheit. Es sind keineswegs unser natürlichen Seinszustände.

 Wir kämpfen dort, wo uns das Vertrauen in Gott und damit das Vertrauen in uns selbst fehlt.

Die Folgen des Kampfes sind der Zwang unser Leben zu kontrollieren, uns getrennt von unseren Mitmenschen zu fühlen und uns ständig etwas beweisen zu müssen, um das eigene Selbstwertgefühl am Leben zu erhalten.

Aufgrund dieses fehlenden Vertrauens können Freude und Glück logischerweise nur gelegentlich durchscheinen. Sobald sie sich einmal blicken lassen, werden sie ziemlich schnell wieder von Angst und Trauer oder anderen Gefühlen abgelöst.

Wie können wir trotzdem dauerhaft in innerem Frieden und in Freude leben?

Am Anfang dieses Textes habe ich geschrieben, dass wir uns alle wünschen glücklich und fröhlich zu sein. Hier ist es jedoch wichtig zwischen dem bewussten Verstand und der unterbewussten und unbewussten Ebene zu differenzieren.

Vom Verstand her wünschen wir uns ganz sicher alle nur das Beste für uns.

Auf unterbewusster Ebene jedoch sieht die Sache schon ganz anders aus. Hier sind unsere Selbstkonzepte und Überzeugungen gespeichert, die unser Leben bestimmen. In meinem Buch beschreibe ich dieses Modell sehr detailliert.

Wenn du also bewusst sagst: „Ich möchte so gerne glücklich sein“, kann es in deinem Unterbewusstsein die folgende Überzeugung geben: „Ich darf nicht zu lange glücklich sein, sonst kommt jemand und zieht mich dort hinaus. Also bin ich lieber vorsichtig und erlaube mir nur kurze Phasen der Ausgelassenheit. So kann mich wenigstens niemand verletzen.“

Wenn du also diese Überzeugung hast und versuchst glücklich zu sein, wirst du nach kurzer Zeit merken wie andere Emotionen die Oberhand gewinnen. Vielleicht steigen Angst und Wut in dir auf und veranlassen dich dazu deinen Zustand der Freude schnell wieder zu verlassen.

Das Zusammenspiel von Gefühlen und Gedanken

Neben den aufsteigenden Gefühlen, spielen die Gedanken, die daraufhin erscheinen, eine ebenso große Rolle. Durch unsere Gedanken füttern wir die Gefühle und lassen sie größer und bestimmender werden. Dein Verstand möchte dich damit in Wahrheit vor den unangenehmen Begleiterscheinungen deiner Emotionen schützen.

Wenn du in diesem Moment nicht hundertprozentig bewusst bist, ist dein Moment der Freude sehr schnell wieder vorbei.

Dann bewegst du dich von der Welle der Lebendigkeit in die Welle der Angst, der Selbstverurteilung, der Wut und der Trauer und immer so weiter. Diese Gefühle sind alle nicht schlecht. Doch sie beherrschen dich und du bist ihrer Macht und Intensität ausgeliefert.

Die Folge: Du möchtest glücklich sein, kannst es aber nicht.

Wenn du diese Bewegungen auch bei dir erkennst, aber nicht länger auf das zufällige Erscheinen deiner Freude und Lebenslust warten möchtest, kann ich dir zwei Tipps geben. Diese beiden Strategien sind sehr praxiserprobt. Ich wende sie selbst immer an, wenn ich merke, dass meine Emotionen mich wieder beherrschen und ich mich in ihrem Strudel verliere.

  1. Setze dir bewusst eine Absicht und sei stets präsent und ganz bewusst bei dir.
  2. Vertraue der Weisheit und der Kraft deines Herzens

Um fröhlich zu sein, brauchst du die klare Absicht diesen Zustand auch zu erreichen.

Diese Aussage kommt dir vielleicht etwas komisch vor. Denn wer muss sein Glück schon planen!? Trotzdem ist die bewusste Absicht meiner Erfahrung nach sehr wichtig.

Frage dich dazu folgendes: Wie möchte ich mich fühlen?

Deine Absicht entscheidet darüber wie du dich fühlst. Wie bereits beschrieben, wirst du sehr schnell feststellen, dass sich auf deinem Weg zur Freude ständig andere Emotionen dazwischenschalten, die dich aus deiner Freude ziehen.

Du hast die Entscheidung getroffen glücklich zu sein und sobald du es wirklich bist, steigen Angst, Wut und Trauer oder einfach ein Gefühl der allgemeinen Unzufriedenheit in dir auf. Ob du nun in der Freude bleibst, entscheiden dein Grad an Präsenz und Bewusstheit.

Das heißt: Du musst merken, wenn andere Emotionen sich vordrängen. Alleine durch dieses bewusste Erkennen geschieht bereits Heilung.

Wenn du jedoch unbewusst und nicht präsent bist, können deine Emotionen dich jedoch in ihren Strudel ziehen. Du wirst einfach von ihnen überrascht und siehst hilflos zu was sie in deinem Inneren anrichten.

Da du aber bewusst bist und die Gefühlsbewegungen erkannt hast, kannst du die Situation für dich drehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist deine Gefühle zu zulassen und nicht dagegen anzukämpfen. Du erkennst also, dass Angst in dir aufsteigt und sagst dir: „Da kommt Angst. Ich sehe und erkenne dich. Hallo.“

Du siehst also: Wir erkennen die Emotion, benennen sie und kämpfen nicht dagegen an.

Vielleicht hilft dir das Bild, dich selbst als Flussbett zu sehen, durch das die Emotionen durch laufen dürfen. Ganz harmonisch und stetig. Du brauchst nichts zu tun.

Trotzdem liegt genau darin oftmals die Schwierigkeit. Um deine häufig sehr intensiven Gefühle besser aushalten zu können, empfehle ich dir daher, dich in dein Herz sinken zu lassen.

Dein Verstand und deine Gedanken können dir nämlich keineswegs im Umgang mit deinen Emotionen helfen. Dein Herz aber kann es.

Es spielt übrigens in diesem Fall keine Rolle, wie sehr dein Herz im Laufe deines Lebens emotional verletzt wurde. Dein Herz ist deine größte Kraft. Es ist so viel weiser und machtvoller als deine Gedanken.

Triff einfach die Entscheidung dich in dein Herz sinken zu lassen.

Wenn du es sofort ausprobieren möchtest, dann schließe deine Augen, lege beide Hände auf dein Herz und entscheide dich klar:

„Ich sinke jetzt in mein Herz.

Dort fühle ich Frieden und Ruhe.

Es fällt mir leicht mich in mein Herz fallen zu lassen.

Es ist ganz offen und ich fühle eine tiefe Freude.“

Bleibe einige Atemzüge in dem Prozess der Herzöffnung und bemerke wie dein Herz förmlich anfängt zu tanzen. Wahrscheinlich wird bereits jetzt Freude in dir aufsteigen.

 

herz

Wenn du in dein Herz sinkst, sobald negative Emotionen kommen, verlieren sie an Kraft. Es führt einerseits dazu, dass du keine Gedanken hinzufügst, die zu einem Intensivieren der „ungewollten“ Emotion beitragen. Andererseits ist dein Herz ein Platz der Ruhe in dir. Du kannst diese Ruhe spüren, sobald du dich mit ihm verbunden hast.

Nochmal zusammengefasst:

Der Weg deiner Freude beginnt mit deiner Entscheidung:

Ich möchte von ganzem Herzen fröhlich sein!

Ich möchte mich lebendig und voller Tatkraft fühlen!

Ich möchte aus jeder einzelnen Pore meines Körpers pures Glück ausstrahlen!

Dies sind kraftvolle Entscheidungen, die den Unterschied machen. Trotzdem werden sich so lange du ein Mensch bist, stets andere Emotionen dazugesellen. Das ist auch gar nicht schlimm. Die letztendliche Entscheidungskraft liegt nämlich in deinen Händen.

Du entscheidest wie du mit unangenehmen Emotionen umgehst und du entscheidest was du am Ende des Tages wirklich fühlen möchtest.

Wenn du also spürst, dass Emotionen auftauchen, sinke in dein Herz, nimm wahr was ist und spüre wie deine kraftvolle Herzenergie alles Negative wie ein Feuer verbrennt. Bleibe dabei mit deiner klaren Absicht (wie du dich fühlen möchtest) verbunden.

Atme mit der Freude deines Herzens und wisse zu jedem Zeitpunkt deines Lebens: Ich habe es verdient glücklich und voller Freude zu sein! Immer!

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